Bei der Autosuggestion geht es darum, eine positive Grundstimmung in sich herzustellen und sich selbst zu vertrauen. Für den Erfinder der Autosuggestion, den Schweizer Apotheker Emile Coué, ist es sogar eine Zurückeroberung des Geistes.

„By believing oneself to be the master of one’s thoughts one becomes so.“

Er fand heraus, dass er Patienten auch mit wirkungslosen Tinkturen heilen konnte, wenn er sie nur mit wirkungsvollen aufmunternden Worten übergab. Daraus entwickelte er seine Theorie, dass dem Mensch das widerfährt, was er sich in seinem Geist erschafft.

„Everyone of our thoughts, good or bad, becomes concrete, materializes, and becomes in short a reality.“

Haben wir bei der letzten Probe unseres Vortrags einen Versprecher gehabt, fokussieren wir uns auf unsere angeblichen ‚Sprachfehler’. Für Coué ist das Gehirn ein Drucker, der die Datei die ihm gegeben wird, ohne weitere Bearbeitung ausdruckt. Wenn wir uns einreden zu scheitern, wird unser Gehirn einen Weg finden, uns diese Datei zu generieren. Dann klatschen bei unserem Vortrag die falschen Leute, der negative Kommentar über unser erfolgreiche Präsentation eines Kollegen bleibt uns im Ohr hängen und die schlechten Erfahrungen lassen uns so aufgeregt werden, dass wir kein Wort auf der Bühne herausbringen. Wie man sich den negativen Filter einsetzen kann, so kann man durch Autosuggestion sein Leben und Handeln positiv beeinflussen und den Weg dorthin sogar genießen.

„The fear of failure is almost certain to cause failure, in the same way as the idea of success brings success, and enables one always to surmount the obstacles that may be met with.“

Wie stellt man sich also seinen inneren Kompass so ein, dass er einen seinen Zielen näher bringt? Das ganze beginnt mit einer klaren Bestimmung der Zielsetzung. Was möchte ich verändern? Einen Glaubenssatz, ein Verhalten, einen Gedanken? Danach wird das Ziel positiv formuliert und in einen schönen Satz gepackt, der emotional anspricht. Aus ‚Ich werde immer so wütend‘ wird dadurch ‚Ich bin bei meinem Vortrag ruhig und entspannt‘. Die Intention ist es, eine Hin-zu Motivation für das Gehirn zu erzeugen.

Der Satz kann je nach Belieben spezifiziert und ausgebaut werden. So kann am Ende ‚Ich bin bei meinem Vortrag ganz ruhig und entspannt, selbst wenn mir mal ein Wort nicht einfällt‘ werden. Dieser wohl formulierte Satz sollte einen emotional ansprechen und sich passend anfühlen. Es kann aber auch ein kurzer knackiger Motivationssatz sein. Stark visuelle Menschen können sich auch ein Bild von der gewünschten Situation vorstellen. Mithilfe dieses ‚Sportgeräts‘ wird nun kontinuierlich der Geist trainiert, je nach Belieben Morgens, abends, zwischendurch, mit Entspannungsübung oder ohne.

So kann man für seinen nächsten Vortrag die eigene Unsicherheit etwas reduzieren, ein selbstbewussteres Auftreten trainieren und die Fokussierung auf den Erfolg lenken, sodass die Aufregung reduziert wird und die Präsentation Spaß machen kann.

„We are what we make ourselves and not what circumstances make us.“

 

Alle Zitate aus ‚SELF MASTERY THROUGH CONSCIOUS AUTOSUGGESTION‘ von Emile Coué; http://www.gutenberg.org/files/27203/27203-h/27203-h.htm